FAQ2022-01-19T00:00:06+00:00

FAQ

In unseren FAQ (Frequently Asked Questions) finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu den Themen Warnung der Bevölkerung, Bundesweiter Warntag und Erster bundesweiter Warntag 2020.

Warnung der Bevölkerung

Was ist unter Warnmittelmix zu verstehen?2022-09-13T10:10:28+00:00

Strategie für die Warnung in Deutschland ist, die Bevölkerung auf vielen Wegen warnen zu können. Dieses Vorgehen entspricht dem sogenannten Mehrkanalansatz oder „Warnmittelmix“. Hierfür hat der Bund das Modulare Warnsystem (MoWaS) entwickelt, das er betreibt und gemeinsam mit den Ländern und Kommunen nutzt.

Jede Behörde kann damit eigenverantwortlich Warnmeldungen für ihren Bereich und gemäß ihrer eigenen Warnaufgaben über alle daran angeschlossenen Warnmittel verbreiten. Hierzu gehören verschiedene Medien und Kanäle wie z. B. Fernseh- und Radiosender, das Internet oder (über Applikationen wie beispielsweise die Warn-App NINA) auch Mobiltelefone.

Das dahintersteckende Prinzip ist: Da eine Warnung sehr wichtige Informationen beinhaltet, soll sie möglichst viele Menschen erreichen. Deswegen wird eine Warnmeldung über viele verschiedene Warnmittel bzw. Wege verbreitet.

Wird eine Warnmeldung über ein bestimmtes Warnmittel (wie Fernsehen, Radio oder Social Media) von einer betroffenen Person nicht wahrgenommen oder fällt ein Warnmittel aus, wird gleichzeitig über eine Vielzahl weiterer Warnmittel (wie Stadtinformationstafeln, Warn-Apps, Lautsprecherwagen und Warnungen über Internetseiten) gewarnt. Je mehr Warnmittel in den Warnmittelmix einbezogen werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Warnmeldung die Menschen in Deutschland erreicht.

Cell Broadcast ab Februar 2023 als weiterer Warnkanal aktiv
Cell Broadcast wird technisch als ein weiterer, über das Modulare Warnsystem (MoWaS) ansteuerbarer Warnkanal eingerichtet werden. Mit Aufnahme des regulären Betriebs ab Februar 2023 können Warnmeldungen über Cell Broadcast in Deutschland versendet werden. So wird Cell Broadcast die bereits angeschlossenen Warnkanäle und -mittel ergänzen und für eine noch breitere Streuung von Warnmeldungen im Gefahrenfall sorgen.

Was sind Warnmittel?2021-11-22T09:15:53+00:00

Unter Warnmitteln verstehen wir den Menschen unmittelbar zur Verfügung stehende „Endgeräte“ oder Anwendungen, über die eine Warnmeldung ausgegeben bzw. über die alarmiert werden kann.

Warnmittel sind z. B. Radio und Fernsehen, Internetseiten, Social Media, digitale Stadtanzeigetafeln, Warn-Apps, Lautsprecherwagen oder Sirenen.

Um Menschen in Deutschland sicher vor einer drohenden Gefahr zu warnen, nutzen Bund und Länder eine Vielzahl an Warnmitteln.

Das dahinter steckende Prinzip ist: je mehr Warnmittel in den Warnmittelmix einbezogen werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Warnmeldung die gewünschten Empfängerinnen und Empfänger erreicht. Auch wenn ein Warnmittel ausfallen sollte oder nicht wahrgenommen wird.

Was sind Warnmultiplikatoren?2022-09-01T16:25:10+00:00

Ein Multiplikator oder eine Multiplikatorin ist eine Person oder Einrichtung, die Informationen weitergibt und damit zu deren Verbreitung beiträgt. Warnmultiplikatoren geben Warnmeldungen weiter.

Warnmultiplikatoren sind

  • Behörden, Organisationen und Unternehmen (z. B. Deutsche Bahn),
  • alle öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und
  • ein Großteil der privaten Medienhäuser, Internet- und Pagingdienste sowie
  • App-Betreiber (z. B. NINA, KATWARN, BIWAPP),

die eine Warnmeldung an Kundinnen und Kunden bzw. Nutzende weiterleiten.

Ein Warnmultiplikator kann z. B. eine Leitstelle sein, die Sirenen vor Ort auslöst oder ein Radio- oder Fernsehsender, der seine laufende Sendung unterbricht und eine Warnmeldung verliest oder einen Lauftext in die laufende Fernsehsendung einblendet.

Was ist das Modulare Warnsystem (MoWaS)?2022-09-01T16:35:12+00:00

Das Modulare Warnsystem (MoWaS) des Bundes ist ein leistungsfähiges Warn- und Kommunikationssystem. Es wird gemeinsam genutzt von Bund und Ländern für die Warnung und Information der Bevölkerung im Zivilschutz- und Katastrophenfall.

Die Übertragung der Warnmeldung erfolgt via Satellit. Satellitenkommunikation ist im Gegensatz zu landgestützten Übertragungswegen wie UKW oder Mobilfunk unempfindlicher gegen Störungen wie Stromausfälle.

MoWaS gliedert sich in die Bereiche Auslösung, Warnmultiplikatoren und Warnmittel:

Auslösung
Der Bereich Auslösung umfasst die sogenannten MoWaS-Sende- und Empfangssysteme in den Lagezentren von Bund und Ländern sowie in angeschlossenen Leitstellen der unteren Katastrophenschutzbehörden (in der Regel Landkreise und kreisfreie Städte).

Derzeit sind mehr als 300 Stationen bundesweit im Einsatz. Neben satellitenbasierten Vollsystemen steht ein webbasiertes Eingabeportal zur Verfügung, über das Warnmeldungen als Vorlage elektronisch an die Vollsysteme übermittelt und von dort aus ausgelöst werden können.

Warnmultiplikatoren
Warnmultiplikatoren sind

  • Behörden, Organisationen und Unternehmen (z. B. Deutsche Bahn),
  • alle öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und
  • ein Großteil der privaten Medienhäuser, Internet- und Pagingdienste sowie
  • App-Betreiber (z. B. Warn-Apps NINA, KATWARN, BIWAPP),

von denen die Warnmeldungen an ihre Kundinnen und Kunden bzw. Nutzenden (also letztendlich an die Bevölkerung als eigentlichen Adressaten) weitergeleitet werden.

Die Warnmeldungen werden von der herausgebenden Stelle mit einer Warnstufe versehen, entsprechend der Gefährdungslage. Dabei gibt es eine Unterscheidung in drei Warnstufen: 1 hoch –› Amtliche Gefahrendurchsage / 2 mittel –› Amtliche Gefahrenmitteilung / 3 niedrig –› Gefahreninformation

Zwischen Warnmultiplikatoren und BBK als Betreiber von MoWaS besteht eine Vereinbarung. Diese verpflichtet die Warnmultiplikatoren dazu, Warnmeldungen zu veröffentlichen bzw. zu übermitteln. In den Multiplikatorenvereinbarungen ist definiert, wie die Multiplikatoren (vor allem die Rundfunksender) Warnmeldungen gemäß der Warnstufen verarbeiten müssen bzw. sollten.

Warnmittel
Im Bereich Endgeräte (bzw. Endanwendungen) sind im Zusammenhang mit MoWaS alle Warnmittel erfasst, über die die Warnmultiplikatoren Warnmeldungen ausgeben und der Bevölkerung zur Verfügung stellen. Dazu zählen z. B. Radio, Fernsehen, Internet, Mobilfunk-Apps und digitale Stadtanzeigetafeln.

Was bedeuten die Sirenensignale?2022-08-09T13:53:10+00:00

Für den Fall einer Warnung wird ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton verwendet, zur Entwarnung ein einminütiger Dauerton.

Die Kommunen als verantwortliche Betreiber der Sirenen verwenden für andere Ereignisse gegebenenfalls eigene, zusätzliche Signale.

Informieren Sie sich über den jeweiligen Einsatz von Sirenen und die entsprechende Bedeutung der örtlichen Sirenensignale bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung.

Wie und wann wird entwarnt?2022-09-01T16:28:06+00:00

Eine Entwarnung wird dann versandt, wenn die Gefahr, vor der gewarnt wurde, vorüber ist oder sich die Auswirkungen im entscheidenden Maße verringert haben.

Die Entwarnung erfolgt in der Regel jeweils durch die Institution, die die Warnung herausgegeben hat und zwar in der Regel auf dem Kanal, auf dem gewarnt wurde.

Beispielsweise senden bzw. verlesen Radiosender eine entsprechende Meldung zur Entwarnung und auch die Warn-Apps veröffentlichen eine Entwarnung.

Wen sollen Warnungen erreichen?2022-09-01T16:29:01+00:00

Eine Warnung soll die von einer möglichen Gefahrenlage potenziell betroffenen Menschen erreichen.

Zielgruppe von Warnungen ist nicht allein die Wohnbevölkerung – also die sich dauerhaft in einem Gebiet aufhaltenden und somit mit dem Gebiet mehr oder weniger vertrauten Personen –, sondern die sogenannte Aufenthaltsbevölkerung.

Unter der Aufenthaltsbevölkerung werden alle sich zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem Gebiet aufhaltenden Personen verstanden, unabhängig von der Dauer und Intention ihres Aufenthalts. Neben der ansässigen Bevölkerung sind dies z. B. Reisende (Urlauberinnen und Urlauber oder Personen mit kurzem Arbeitsaufenthalt), Durchreisende (Transitverkehr), Pendlerinnen und Pendler (auch über nationale Grenzen hinweg) und Menschen ohne festen Wohnsitz.

Warnungen richten sich aber auch an Institutionen, Behörden und Unternehmen. Diese können auf der Basis von Warnmeldungen wichtige Entscheidungen treffen, z. B. Produktionsprozesse anpassen oder Schutzmaßnahmen einleiten.

Wurden nach dem bundesweiten Warntag 2020 wieder mehr Sirenen in Deutschland installiert?2022-09-01T16:32:40+00:00

Eine Erfahrung des bundesweiten Warntags 2020 war, dass viele Menschen die Sirenen dort als ein mögliches Warnmittel vermisst haben, wo sie nicht zum Einsatz kamen, weil sie etwa in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten abgebaut wurden oder Kommunen sich nicht am Warntag beteiligt haben.

In Deutschland sind Sirenen auch im Jahr 2022 nicht flächendeckend vorhanden, weshalb auch beim Warntag 2022 nicht überall Sirenen zu hören sein werden. Die Entscheidung, ob Sirenen vorgehalten, betrieben und regelmäßig gewartet werden, treffen die Städte und Gemeinden in eigener Zuständigkeit.

Die verwendete Auslösetechnik entspricht zum Teil nicht mehr den aktuellen Standards, weswegen beispielsweise die von der Ständigen Konferenz der Innenminister der Länder und des Bundes (IMK) empfohlenen einheitlichen Signale „Bevölkerungswarnung“ und „Entwarnung“ nicht wiedergegeben werden können.

Sirenenförderprogramm

Eine Verbesserung dieser beiden Aspekte wurde durch das Sirenenförderprogramm des Bundes erfolgreich eingeleitet. Durchgeführt wird es durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).

Im Rahmen des Programms werden den Kommunen über die Länder einmalig Fördermittel zur Anschaffung neuer elektronischer Sirenen und zur Modernisierung bestehender Sirenentechnik zur Verfügung gestellt.

Das Sirenenförderprogramm wird aus Finanzmitteln des Konjunkturförderprogrammes der Bundesregierung zur Corona-Pandemie finanziert. Diese stehen bis Ende 2022 zur Verfügung. Der Bund stellt hierbei den Ländern einen Betrag in Höhe von maximal 86 Mio. Euro zur Verfügung. Zwei weitere Millionen Euro werden für die Errichtung der Funkansteuerung der neuen und neu ausgestatteten elektronischen Sirenen über das Modulare Warnsystem (MoWaS) veranschlagt. Mit der Anbindung von Sirenen an das MoWaS über das Behördenfunknetz TETRA-BOS sollen in Zukunft kommunale Sirenen auch von Bund und Ländern zentral ausgelöst werden können.

Das Förderprogramm konnte zur Mitte des Jahres 2022 bereits eine Abschöpfung der verfügbaren Mittel in Höhe von 79 Millionen Euro verbuchen. Angelehnt an dieses Förderprogramm realisieren einige Länder eigene Fördermaßnahmen zum Ausbau der Sirenennetze. Dies sind jedoch noch nicht die letzten Schritte beim Ausbau der kommunalen Sirenennetze und sie werden am bundesweiten Warntag 2022 keine flächendeckende Sirenenwarnung ermöglichen. Hierzu sind in Zukunft weitere Auf- und Ausbaumaßnahmen erforderlich.

Was ist Cell Broadcast?2022-09-01T16:23:22+00:00

Cell Broadcast (CB) kann genutzt werden, um Warnmeldungen an alle in einem bestimmten Abschnitt des Mobilfunknetzes befindlichen Mobilfunkendgeräte wie Smartphones und konventionelle Handys zu versenden

Mit dem bundesweiten Warntag 2022 soll in Deutschland eine intensive operative Testphase des neuen Warnkanals Cell Broadcast beginnen. Am Warntag soll erstmals eine Testwarnmeldung in der höchsten Warnstufe versandt werden. Das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI), das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) und die Bundesnetzagentur (BNetzA) arbeiten dazu eng mit den in Deutschland tätigen Mobilfunkanbietern sowie den Software- und Endgeräteherstellern zusammen.

In der Testphase ist noch kein vollständiger Wirkbetrieb vorgesehen, d.h. der Warnkanal wird am Warntag ausschließlich zu Testzwecken verwendet. In der Testphase zwischen dem Warntag am 08.12.2022 und dem Beginn des Wirkbetriebs am 23.02.2023 werden die Menschen in Deutschland noch keine Warnmeldungen über Cell Broadcast erhalten. Erst mit Aufnahme des regulären Betriebs im Februar 2023 ist Cell Broadcast als neuer Warnkanal aktiv und es können Warnmeldungen über Cell Broadcast in Deutschland versendet werden.

Die Einführung des neuen Warnkanals Cell Broadcast ist noch nicht abgeschlossen. Damit der Wirkbetrieb rechtzeitig aufgenommen werden kann, bauen die beteiligten Akteure die notwendigen Anwendungen sowie technischen Einrichtungen für den Einsatz von Cell Broadcast als Warnmittel sukzessive aus. Gleichzeitig werden für den Empfang der Nachrichten ggfs. erforderliche Updates der Smartphone-Betriebssysteme vorgenommen. Alle Beteiligten stimmen die Abläufe systematisch aufeinander ab, optimieren und testen sie intensiv. Der Warnkanal Cell Broadcast wird nach dem Ende der Testphase Ende Februar 2023 für die warnenden Stellen im Modularen Warnsystem des Bundes (MoWaS) freigeschaltet.

Nähere Informationen zum Cell Broadcast finden Sie hier.

Soll ich die Warn-App NINA auf meinem Smartphone installieren?2022-09-01T16:34:10+00:00

Ja, das BBK empfiehlt ausdrücklich die Installation der Warn-App NINA. Hierüber können die Menschen in Deutschland die Warnmeldungen empfangen, die von den für die Gefahrenabwehr zuständigen Behörden bei Bund, Ländern und Kommunen über das Modulare Warnsystem herausgegeben werden.

Die Warn-App NINA unterscheidet zwischen verschiedenen Warnbereichen, dazu zählen Wetterwarnungen, Hochwasserinformationen und Bevölkerungsschutz-Warnungen wie etwa Großbrand oder Gefahrstoffausbreitung. Nutzende können individuell definieren, für welche Orte und für welche Art von Gefahren sie Warnungen erhalten möchten.

In einigen Regionen Deutschlands kommen auch andere Warn-Apps zum Einsatz, wie etwa die Systeme von KATWARN und BIWAPP oder die hessenWARN-App. Deren Warnmeldungen hinsichtlich Gefahrenlagen erscheinen ebenfalls in der Warn-App NINA.

Bundesweiter Warntag

Warum wird der bundesweite Warntag 2022 von September auf Dezember verschoben?2022-09-01T16:11:03+00:00

Im Juni 2019 beschloss die Ständige Konferenz der Innenminister und -senatoren des Bundes und der Länder (IMK) beginnend ab September 2020 jährlich am jeweils zweiten Donnerstag im September einen bundesweiten Warntag durchzuführen.

Im Jahr 2022 wird der bundesweite Warntag ausnahmsweise auf den 8. Dezember 2022 verschoben, um dann einen ersten Test des Warnkanals Cell Broadcasting durchführen zu können. Diesem Vorschlag des Bundes hat die IMK im Juli 2022 zugestimmt, um ermöglichen zu können, dass zum Start der Testphase von Cell Broadcast am bundesweiten Warntag 2022 die Menschen in Deutschland über diesen neuen Warnkanal erreicht werden können.

Handynutzende für den neuen Warnkanal Cell Broadcast zu sensibilisieren, ist von hoher Bedeutung. Hierfür ist der bundesweite Warntag bestens geeignet, denn an diesem Aktionstag werden Warnmittel sowie technische Warnsysteme in Deutschland erprobt. Somit bietet der Warntag die ideale Plattform, bundesweit auf neue Warnmittel und Warnkanäle aufmerksam zu machen. Dies ist wichtig, da nur Kanäle, für die die Bevölkerung sensibilisiert ist, erfolgreich für die Warnung genutzt werden können.

Durch den Versand der Probewarnmeldung am Warntag wird den Menschen in Deutschland auch die Möglichkeit geboten, zu erkennen, ob ihr Endgerät bereits in der Lage ist, CB-Warnmeldungen zu empfangen.

Warum fand der bundesweite Warntag 2021 nicht statt?2022-09-01T12:48:52+00:00

Die ständige Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder (Innenministerkonferenz) verständigte sich im Juni 2021 auf Vorschlag des Bundes darauf, den nächsten bundesweiten Warntag im Jahr 2022 stattfinden zu lassen.

Kernpunkte der Neuausrichtung des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) ist, die Warnung in Deutschland grundlegend zu stärken und weiter zu optimieren. Im Zuge dessen arbeitet das BBK an folgenden Punkten:

  • Aufbau eines bundesweiten Warnmittelkatasters gemeinsam mit den Ländern,
  • Einführung von Cell Broadcast,
  • Ausbau des Warnmittelmixes und Einbindung neuer Warnmittel,
  • Umsetzung der Förderung des Bundes für den Ausbau des Sirenennetzes bis Ende 2022 mit rund 88 Millionen Euro,
  • Ausbau der Warn-App NINA mit neuen Funktionen und Fähigkeiten zur Bundes-Warn-App.

Mit diesen umfassenden Investitionen und der Realisierung der aufgeführten Projekte sollen die bestmöglichen Rahmenbedingungen für die Durchführung des bundesweiten Warntages 2022 geschaffen werden.

Warum gibt es den bundesweiten Warntag?2022-09-01T16:38:02+00:00

Die Warnung der Bevölkerung ist ein wichtiger Eckpfeiler, um die Resilienz der Gesellschaft gegenüber Krisen aller Art zu steigern. Ereignisse wie die Corona-Pandemie, die Flutkatastrophe im Juli 2021, der andauernde Angriffskrieg in der Ukraine aber auch kleinere lokale Gefahrenlagen rücken die verschiedenen Warnkanäle regelmäßig in den Fokus.

Zwei Hauptziele
Der bundesweite Warntag verfolgt zwei Hauptziele: zum einen die technische Warninfrastruktur einem Belastungstest zu unterziehen und zum anderen die Bevölkerung für das Thema Warnung und die verschiedenen Warnkanäle, über die die Behörden Warnungen versenden, zu sensibilisieren.

Test der technischen Warninfrastruktur

Beim Test der technischen Warninfrastruktur in Deutschland sollen die Abläufe im Fall einer Warnung mit den beteiligten Akteurinnen und Akteuren getestet werden. Deswegen wird der Prozess von der Auslösung einer Warnmeldung bis hin zu ihrem Empfang auf Seiten der Bürgerinnen und Bürger probeweise durchgespielt und somit auch die Warnmittel selber getestet.

Unter Warnmitteln verstehen wir den Menschen zur Verfügung stehende „Endgeräte“ oder Anwendungen, wie z. B. Radio und Fernsehen, Internetseiten, Social Media, digitale Stadtinformationstafeln, Warn-Apps, Lautsprecherwagen oder Sirenen.

Die Probewarnung muss von der Auslösung bis zum Erhalt beim Empfänger oder bei der Empfängerin mehrere technische Systeme passieren. Diese Schnittstellen werden mit der Probewarnung ebenfalls getestet.

Auf diese Weise können mögliche auftretende Herausforderungen oder Probleme von den jeweiligen Betreiberinnen und Betreibern der Warnsysteme und von den für die Warnmittel Verantwortlichen identifiziert und im Nachgang entsprechend behoben werden. Zweck der Probe ist dementsprechend ausdrücklich, Schwachstellen im Warnsystem zu finden, um diese im Nachgang zu beseitigen und das System für den Ernstfall stabiler und effektiver zu machen.

Damit Warnungen effektiv sind, ist es notwendig, Wissen darüber zu vermitteln. Hintergrund ist die Erkenntnis, dass je vertrauter den Menschen das System der Warnung und dessen Akteurinnen und Akteure sind, umso konkreter auf eine Warnung reagiert wird.

Regionale Unterschiede bei den Warnmitteln
Länder und Kommunen bestimmen selbst, auf welchen Wegen sie ihre Bevölkerung vor Gefahren warnen. Diese Wege können sehr unterschiedlich sein, daher ist auch die Wahl der Warnmittel am Warntag regional sehr unterschiedlich.

Für die Warnung der Bevölkerung sensibilisieren
Der bundesweite Warntag soll – ebenso wie die von einzelnen Bundesländern durchgeführten Warntage – Funktion und Ablauf der Warnung verständlicher machen.

Er soll dazu beitragen, die Menschen in Deutschland über das Thema Warnung der Bevölkerung in Gefahrenlagen zu informieren und sie dafür zu sensibilisieren. Die von einer Warnung potentiell Betroffenen sollen wissen, wie sie sich in Gefahrenlagen eigenständig schützen und wo sie weitere Informationen zur Gefahrenlage finden können.

Ist es nötig, sich auf den bundesweiten Warntag vorzubereiten?2022-09-01T16:38:55+00:00

Nein, es ist nicht nötig, sich auf den Warntag vorzubereiten. Es bietet sich aber an, sich vorab zu erkundigen, auf welchen Wegen die eigene Kommune plant, an diesem Tag ihre Bürgerinnen und Bürger zu warnen, um sich darauf einstellen und idealerweise auch Angehörige und weitere nahestehende Menschen darüber zu informieren.

Welche Pflichten ergeben sich für Arbeitgebende am bundesweiten Warntag?2022-09-01T16:39:19+00:00

Aus Sicht von Bund und Ländern ergeben sich am bundesweiten Warntag keine Pflichten für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber.

Es empfiehlt sich für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber jedoch, sich vorab in ihrer Standort-Gemeinde zu erkundigen, ob am bundesweiten Warntag Warnmittel vor Ort ausgelöst und Warnkonzepte erprobt werden und ob lokale Unternehmen und Organisationen dabei einbezogen werden.

Gegebenenfalls ist es sinnvoll, Mitarbeitende sowie die Kundschaft darüber zu informieren. Dies ist jedoch keine Pflicht.

Die Probewarnung könnte vor allem Kindern und älteren Menschen – aber auch Tieren – Angst machen. Wurde dies bedacht?2022-09-01T16:41:04+00:00

Kinder und ältere Menschen
In einigen Teilen der Bevölkerung, möglicherweise bei älteren Menschen oder bei Kindern, kann die Wahrnehmung lautstarker Warnsignale wie z. B. Durchsagen über Lautsprecherwagen oder Sirenensignale Angst oder auch belastende Erinnerungen auslösen.

Besteht bei Nahestehenden diesbezüglich Sorge, so empfehlen wir, vorab das Gespräch mit den möglicherweise betroffenen Menschen zu suchen und diese altersgerecht auf die Situation vorzubereiten.

Wichtig ist dabei der Hinweis, dass es sich um eine Probewarnung handelt und keine reale Bedrohung vorliegt.

Es bietet sich an, sich vorab zu erkundigen, auf welchen Wegen die eigene Kommune plant, an diesem Tag ihre Bürgerinnen und Bürger zu warnen, um sich darauf einstellen zu können. Es kann zudem sinnvoll sein, entsprechend gefährdeten Menschen zum Zeitpunkt der Probewarnung unterstützend zur Seite zu stehen.

Tiere
Tiere können auf ungewohnte Geräusche verängstigt reagieren – wie bei Silvesterböllerei, Martinshorn, Donner oder anderen plötzlichen, lauten und unerwarteten Geräuschen. Halterinnen und Halter wissen zumeist um die Empfindlichkeit ihrer Tiere und können am Warntag entsprechend vorsorgen.

Warnmittel mit Weckeffekt
Dass manche Warnmittel (wie Durchsagen von Lautsprecherwagen oder Sirenen) Töne in hoher Lautstärke aussenden, liegt in der Natur ihrer Funktion begründet. Ein Sirenensignal soll alarmieren und einen Weckeffekt ausüben, um die Menschen auf eine sich anbahnende oder bereits akute Gefahr aufmerksam zu machen.

Sensibilisierung für Warnmeldungen
Beim Eingehen einer Warnmeldung ist es wichtig, ruhig und besonnen zu reagieren. Maßnahmen zum Selbstschutz können so am wirkungsvollsten eingeleitet werden. Die am Warntag beteiligten Akteurinnen und Akteure wollen mit der Probewarnung auch eine Sensibilisierung der Empfängerinnen und Empfänger erreichen. Dies kann gerade für Menschen hilfreich sein, die auf den Eingang einer Warnung mit Schrecken oder Angst reagieren könnten.

Proben, um sicher zu sein
Die Probewarnung am bundesweiten Warntag findet statt, weil nach Ansicht aller beteiligten Stellen die Abläufe der Warnung regelmäßig geübt werden müssen, um ihr Funktionieren im Ernstfall sicherzustellen.

Der erste bundesweite Warntag 2020 hat gezeigt, dass technische Mängel zum Teil nur durch einen realitätsnahen Test aufgedeckt werden können.

Auch im Hinblick darauf, dass Gefahrenereignisse nicht an Gemeinde- oder Landesgrenzen halt machen, ist das Erproben des Zusammenspiels aller beteiligten Akteure wichtig, um sicherzustellen, dass eine Warnmeldung rechtzeitig bei allen Betroffenen ankommt.

Wissen ist hilfreich im Krisenfall
Gleichermaßen wichtig ist es, dass die Bevölkerung als Empfängerin der Warnung über grundlegendes Wissen zur Warnung verfügt und u.a. die Bedeutung der Sirenensignale kennt. Mit diesem Wissen können Bürgerinnen und Bürger besonnen auf eine Warnung reagieren und wissen sich im Ernstfall eigenständig zu schützen.

Werden finanzielle Mittel für den bundesweiten Warntag eingesetzt?2022-09-01T11:46:52+00:00

Im Rahmen des Bund-Länder-Projektes „Warnung der Bevölkerung“ werden für die bundesweiten Warntage 2020 und 2022 insgesamt 268.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Die Mittel werden im Wesentlichen für die Entwicklung und den Betrieb der Webseite www.bundesweiter-warntag.de sowie für die Entwicklung eines Filmes und von Flyern zur Information der Bevölkerung verwendet

Darüber hinaus gehende Kosten für jeweils eigene Aktionen der Beteiligten aus Bund, Ländern und den Kommunen werden von den Beteiligten selbst getragen.

Warum findet der bundesweite Warntag an einem Werktag statt?2022-09-01T15:59:31+00:00

Der bundesweite Warntag wird jeweils am zweiten Donnerstag im September durchgeführt*** und soll einen möglichst großen Teil der Bevölkerung ansprechen. Die Probewarnung soll die Menschen dabei in ihrem alltäglichen Umfeld und Handeln erreichen.

***Hinweis: Im Jahr 2022 wird der bundesweite Warntag ausnahmsweise auf den 8. Dezember verschoben, um dann einen ersten Test des Warnkanals Cell Broadcasting durchführen zu können.

Im Falle einer Warnung vor einer echten Gefahrenlage sollten Menschen an ihrem jeweiligen Aufenthaltsort – beispielsweise am Arbeitsplatz, in der Schule oder während des Aufenthalts im öffentlichen Raum – möglichst besonnen auf das Eintreffen einer Warnmeldung reagieren.

Die Probewarnung kann die Menschen dazu anregen, sich damit auseinanderzusetzen, wie sie sich in einer echten Gefahrensituation verhalten sollten. Dies verbessert die Fähigkeit der Menschen, sich selbst zu schützen.

Erster bundesweiter Warntag 2020

Wie verlief der erste bundesweite Warntag 2020?2022-09-01T15:57:31+00:00

Der erste bundesweite Warntag am 10. September 2020 wurde umfangreich beworben. Im Vorfeld des Warntages fand bundesweit, auf überregionaler wie regionaler Ebene, eine breite Öffentlichkeitsarbeit statt. Die erklärten und öffentlich kommunizierten Ziele des Warntages waren:

Ziel: Testen der technischen Infrastruktur
Das Testen der technischen Infrastruktur der Warnung in ganz Deutschland mittels einer Probewarnung. Zu diesem Zwecke sollten am 10. September 2020 um 11 Uhr auf Ebene der Länder und Kommunen verfügbare Warnmittel wie Sirenen und Lautsprecherwagen probeweise ausgelöst oder in Betrieb genommen werden, um die Warnabläufe zu testen.

Gleichzeitig sollte eine Probewarnung von der Nationalen Warnzentrale im Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) über das Modulare Warnsystem (MoWaS) unter Einbindung aller teilnehmenden Warnmultiplikatoren und Warnmittel durchgeführt werden. Diese Probewarnung sollte an alle an MoWaS angeschlossenen Warnmultiplikatoren, darunter App-Server, Rundfunksender und mehr, geschickt werden.

Die Warnmultiplikatoren sollten die Probewarnung wiederum in ihren Systemen und Programmen an Endgeräte wie Radios senden.

Ziel: Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger
Die Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger für das Thema „Warnung der Bevölkerung“ und für die unterschiedlichen Warnmittel wie Radio, Warn-Apps und digitale Stadtanzeigetafeln. Außerdem die Vermittlung von notwendigem Wissen zum Umgang mit Warnungen und den darin enthaltenen Handlungsempfehlungen, um die Bevölkerung in ihrer Fähigkeit sich selbst zu schützen zu unterstützen.

Große Beteiligung von Ländern und Kommunen
Die Beteiligung von Ländern und Kommunen am bundesweiten Warntag war groß. Am Warntag wurde um 11 Uhr örtlich eine Vielzahl unterschiedlicher Warnmittel ausgelöst und genutzt, darunter beispielsweise Sirenen und digitale Stadtinformationstafeln.

Teilweise keine Sirenensignale
An manchen Orten blieb die Probewarnung über Sirenen um 11 Uhr allerdings aus. Dafür gab es verschiedene Gründe:

  • So haben viele Kommunen ihre Sirenen in den letzten Jahrzehnten rück- und abgebaut.
  • Die vorhandenen Sirenen sind teilweise technisch nicht in der Lage, Probewarnungen zu senden.
  • Darüber hinaus beteiligten sich nicht alle Kommunen am Warntag.

Durch die intensive Öffentlichkeitsarbeit wurde die Erwartung geweckt, dass alle Sirenen am Warntag bundesweit heulen würden. Hinzu kommt, dass das Wissen über das (Nicht-)Vorhandensein von Sirenen in der eigenen Kommune nur eingeschränkt vorhanden ist. Daher gab es Irritationen bei vielen Bürgerinnen und Bürgern, die vor Ort keine Sirenensignale wahrnahmen. Dies wurde vor allem in den Sozialen Medien kritisch kommentiert.

Verzögerung bei der Warn-App NINA
Aufgrund technischer Probleme wurde die bundesweite Probewarnung über das MoWaS erst mit einer Verzögerung von 35 Minuten an alle angeschlossenen Warnmultiplikatoren versandt. Entsprechend verschickte auch die an das MowaS angeschlossene Warn-App NINA die Probewarnung erst mit einer zeitlichen Verzögerung an ihre Nutzerinnen und Nutzer. Auch dies wurde kritisch kommentiert.

Fazit: Ziele zum großen Teil erreicht
Die im Anschluss an den ersten bundesweiten Warntag durchgeführte umfangreiche Auswertung hat ergeben, dass die Ziele des Warntages zum großen Teil erreicht worden sind, wenngleich der Beweis des Funktionierens der technischen Warnsysteme auf Bund-, Länder- und kommunaler Ebene nicht erfolgt ist. Es ist gelungen, eine breite mediale und öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema Warnung herzustellen. Dies zeigt nicht zuletzt die öffentliche Diskussion im Anschluss an die zutage getretenen technischen Probleme.

War der erste bundesweite Warntag 2020 ein “Fehlschlag”?2022-09-01T15:56:03+00:00

Mit der Probewarnung am bundesweiten Warntag sollen u.a. mögliche Herausforderungen für die technischen Warnsysteme in Deutschland ermittelt werden, damit diese für den Ernstfall behoben werden können.

Modulares Warnsystem (MoWaS) gefestigt

Im Jahr 2020 wurden die gesetzten Ziele des bundesweiten Warntages im nicht-technischen Bereich erreicht. Gleichzeitig konnten mittels der Probewarnung Probleme beim Modularen Warnsystem (MoWaS) festgestellt werden, die im Nachgang analysiert und behoben wurden. Dadurch wird das Modulare Warnsystem in seiner Funktion gefestigt.

Die Identifikation der zutage getretenen Mängel wäre außerhalb einer Auslösung im Zuge einer bundesweiten Warnprobe nicht möglich gewesen. Somit hat der Warntag als Stresstest und Übung seinen Zweck erfüllt, weil damit die Warnung in Deutschland nachhaltig gestärkt wurde.

Öffentlichkeitsarbeit für die Warnung der Bevölkerung

Die Öffentlichkeitsarbeit für das Thema „Warnung der Bevölkerung“ wurde auf Basis der Erkenntnis gestaltet, dass Warnungen umso effektiver wirken, je besser der betroffenen Bevölkerung das Warnsystem und dessen Akteure bekannt sind.

Die durch die intensive Öffentlichkeitsarbeit vor und während des bundesweiten Warntages erzeugte Aufmerksamkeit für das Thema „Warnung der Bevölkerung“ sowie die intensive Berichterstattung über das „Fehlschlagen“ der Probewarnung erzeugten ein großes nachhaltiges Interesse am Thema und verdeutlichen eindringlich die Relevanz für die Öffentlichkeit. Gut über das Thema informierte und eigenverantwortlich agierende Bürgerinnen und Bürger wiederum sind wichtig, um sich selbst ebenso wie Mitbürgerinnen und -bürger in kritischen Lagen zu schützen.

Werden Menschen in Deutschland sicher vor Gefahren gewarnt?2022-09-01T11:32:44+00:00

Die vorhandenen Warnsysteme laufen im Alltag sehr zuverlässig und warnen die Menschen sicher vor Gefahren. Sie beweisen dies jährlich in etwa 1.200 Fällen im regionalen Bereich. Ein regelmäßiger überregionaler Stresstest ist hinsichtlich Härtung sowie Weiterentwicklung der Warnsysteme dennoch notwendig.

Testen, um aus der Praxis zu lernen

Am bundesweiten Warntag wird die technische Infrastruktur der Warnung in ganz Deutschland mittels einer Probewarnung in einem Hochlastszenario getestet. Eine bundesweite Warnung unter Ansteuerung aller angeschlossenen Warnmittel ist ein besonderer Fall, da Warnmeldungen in der Regel für regional begrenzte Bereiche gelten und ausschließlich dort versandt werden.

Bei der Probewarnung am bundesweiten Warntag geht es nach dem Motto „Aus der Praxis lernen“ konkret darum, die Abläufe im Fall einer Warnung mit den beteiligten Akteurinnen und Akteuren zu testen. Auf diese Weise können mögliche auftretende Herausforderungen oder Probleme identifiziert und im Nachgang entsprechend behoben werden. So konnten die beim ersten bundesweiten Warntag 2020 aufgetauchten Probleme beim Modularen Warnsystem (MoWaS) im Nachgang analysiert und beseitigt werden. Dadurch wird das Modulare Warnsystem in seiner Funktion gefestigt.

Vielzahl an Warnmitteln

Um die Menschen in Deutschland sicher vor einer drohenden Gefahr zu warnen, nutzen Bund und Länder einen Warnmittelmix. Das bedeutet, eine Warnmeldung wird über eine Vielzahl von Warnmitteln gesendet, damit Menschen auf vielen Wegen mit Warnungen und wichtigen Informationen erreicht werden.

Das dahinter steckende Prinzip ist: wird eine Warnmeldung über ein bestimmtes Warnmittel wie Fernsehen, Radio oder Social Media von einer betroffenen Person nicht wahrgenommen oder fällt ein Warnmittel aus, wird gleichzeitig über eine Vielzahl weiterer Warnmittel wie Stadtinformationstafeln, Warn-Apps, Lautsprecherwagen und Warnungen über Internetseiten gewarnt. Je mehr Warnmittel in den Warnmittelmix einbezogen werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Warnmeldung die Menschen in Deutschland erreicht.

Einführung von Cell Broadcast

Infolge vielfältiger Krisen der jüngsten Zeit wie der Flutkatastrophe an der Ahr und in der Eifel im Juli 2021 oder dem Angriffskrieg in der Ukraine wurde die Einführung von Cell Broadcast zur Warnung vorangetrieben. Während der Beginn des Wirkbetriebes des neuen Warnkanals gesetzlich auf den Februar 2023 festgelegt worden ist, soll mit einer ersten Probewarnung am bundesweiten Warntag 2022 eine intensive Testphase starten. Diese dient dazu, den Warnkanal vor dem eigentlichen Starttermin zu härten und weiter zu optimieren.

Entwicklung neuer Warnmittel

Das BBK arbeitet weiterhin fortlaufend an der Entwicklung neuer Warnmittel wie beispielsweise die Warnung über sogenannte „Smarte Laternen“, also mit zusätzlicher Technik ausgestattete Straßenbeleuchtungen, oder Navigationssysteme, und prüft diese, um Warnmeldungen noch breiter als bisher zu streuen.

Menschen sensibilisieren und informieren

Die Sicherheit der Menschen in Deutschland nimmt zu, je besser diese mit dem Warnsystem und mit den warnenden Stellen vertraut sind und wissen, wie sie sich im Ernstfall schützen können. Der bundesweite Warntag verfolgt unter anderem das Ziel der Sensibilisierung der Menschen durch Information über genau diese Themen.

Warum warnten die Warn-Apps erst mit Verspätung?2022-09-01T11:24:04+00:00

In der Auswertung des Warntags wurden Mängel im Modularen Warnsystem (MoWaS) erkannt, welche zu einer um 35 Minuten verspäteten Aussendung der bundesweiten Warnmeldung am Warntag geführt haben. Aufgrund der verzögerten Belieferung durch das MoWaS ergab sich entsprechend das verspätete Erscheinen der Probewarnmeldung in der an das MoWaS angeschlossenen Warn-App NINA und in anderen Warn-Apps.

Konstruktiver Fehler beim MoWaS

Ursache der verzögerten Auslieferung der Probewarnung des Bundes über das Modulare Warnsystem (MoWaS) war ein konstruktiver Fehler in der Programmierung des Modularen Warnsystems. Mehrere Faktoren traten anlässlich des Warntages erstmalig zeitgleich auf: Am Warntag griff eine Vielzahl von Nutzerinnen und Nutzern aller verfügbaren Stationen gleichzeitig auf das System zu. Die eingeloggten Stationen und Nutzenden versandten darüber hinaus zeitgleich eine Vielzahl von Warnmeldungen in einem engen Zeitfenster. Dies führte zu einer im Vorfeld nicht vorhergesehenen Belastung an verschiedenen Stellen des Systems.

Fehler durch Entwickler behoben

Das Erkennen dieser Mängel war erst möglich durch die Probe am bundesweiten Warntag. Die Firma mecom GmbH als Entwickler und Betreiber des Systems hat die Fehlerquellen im System inzwischen ausgeräumt und versichert, dass einer Wiederholung des Warntages keine technischen Hürden entgegenstehen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden auch genutzt, um die Systeme für höhere Spitzenlasten aufzubauen.

Probleme bei der Auslieferung großer Mengen von Warnungen

Die Analyse der technischen Systeme ergab weiterhin, dass Probleme bei der Auslieferung großer Mengen von Warnungen an die Systeme von Apple und Google auftauchen, die den Nutzerinnen und Nutzern der Warn-App NINA Warnmeldungen in Form von Push-Meldungen anzeigen. Die Weiterleitung von Warnmeldungen an die Systeme von Apple und Google wurde durch das BBK optimiert und damit die Kapazität des Systems gesteigert.

Warum heulten in vielen Städten und Kommunen die Sirenen am bundesweiten Warntag nicht?2022-09-01T11:17:54+00:00

Es gibt verschiedene Gründe, warum Sirenen am bundesweiten Warntag nicht heulten:

  • In Deutschland gibt es kein flächendeckendes Sirenennetz. Nach dem Ende des Kalten Krieges wurde eine Vielzahl von Sirenen in Deutschland abgebaut.
  • Die Auslösetechnik mancher vorhandener Sirenen ist vielfach nicht in der Lage, die Signale „Warnung“ und „Entwarnung“ auszulösen. In einigen Kommunen warnen Sirenen zudem ausschließlich zu Brandschutzzwecken und können nur den entsprechenden Signalton zur Alarmierung der Feuerwehr auslösen.
  • Es gibt Sirenen, die nicht direkt von den Leitstellen oder kreisweit ausgelöst werden können.
  • Die Teilnahme am bundesweiten Warntag war und ist freiwillig. Nicht alle Städte, Gemeinden und Kommunen beteiligten sich aktiv am Warntag. Entsprechend wurden in den sich nicht beteiligenden Städten, Gemeinden und Kommunen keine Sirenensignale ausgelöst.