FAQ2021-10-07T15:03:43+00:00

FAQ

In unseren FAQ (Frequently Asked Questions) finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu den Themen Warnung der Bevölkerung, Bundesweiter Warntag und Erster bundesweiter Warntag 2020.

Warnung der Bevölkerung

Was sind Warnmittel?2021-10-12T11:01:20+00:00

Unter Warnmitteln verstehen wir den Menschen unmittelbar zur Verfügung stehende „Endgeräte“ oder Anwendungen, über die eine Warnmeldung ausgegeben bzw. über die alarmiert werden kann.

Warnmittel sind z. B. Radio und Fernsehen, Internetseiten, Social Media, digitale Stadtanzeigetafeln, Warn-Apps, Lautsprecherwagen oder Sirenen.

Um Menschen in Deutschland sicher vor einer drohenden Gefahr zu warnen, nutzen Bund und Länder eine Vielzahl an Warnmitteln.

Das dahinter steckende Prinzip ist: je mehr Warnmittel in den Warnmittelmix einbezogen werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Warnmeldung die gewünschten Empfängerinnen und Empfänger erreicht. Auch wenn ein Warnmittel ausfallen sollte oder nicht wahrgenommen wird.

Was sind Warnmultiplikatoren?2021-10-11T13:39:18+00:00

Ein Multiplikator oder eine Multiplikatorin ist eine Person oder Einrichtung, die Informationen weitergibt und damit zu deren Verbreitung beiträgt. Warnmultiplikatoren geben Warnmeldungen weiter.

Warnmultiplikatoren sind

  • Behörden, Organisationen und Unternehmen (z. B. Deutsche Bahn),
  • alle öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und
  • ein Großteil der privaten Medienhäuser, Internet- und Pagingdienste sowie
  • App-Betreiber (z. B. NINA, KATWARN, BIWAPP),

die eine Warnmeldung an Kundinnen und Kunden bzw. Nutzende weiterleiten.

Ein Warnmultiplikator kann z. B. eine Leitstelle sein, die Sirenen vor Ort auslöst oder ein Radio- oder Fernsehsender, der seine laufende Sendung unterbricht und eine Warnmeldung verliest oder einen Lauftext in die laufende Fernsehsendung einblendet.

Was ist das Modulare Warnsystem (MoWaS)?2021-10-12T13:20:27+00:00

Das Modulare Warnsystem (MoWaS) des Bundes ist ein leistungsfähiges Warn- und Kommunikationssystem. Es wird gemeinsam genutzt von Bund und Ländern für die Warnung und Information der Bevölkerung im Zivilschutz- und Katastrophenfall.

Die Übertragung der Warnmeldung erfolgt via Satellit. Satellitenkommunikation ist im Gegensatz zu landgestützten Übertragungswegen wie UKW oder Mobilfunk unempfindlicher gegen Störungen wie Stromausfälle.

MoWaS gliedert sich in die Bereiche Auslösung, Warnmultiplikatoren und Warnmittel:

Auslösung
Der Bereich Auslösung umfasst die sogenannten MoWaS-Sende- und Empfangssysteme in den Lagezentren von Bund und Ländern sowie in angeschlossenen Leitstellen der unteren Katastrophenschutzbehörden (in der Regel Landkreise und kreisfreie Städte).

Derzeit sind mehr als 300 Stationen bundesweit im Einsatz. Neben satellitenbasierten Vollsystemen steht ein webbasiertes Eingabeportal zur Verfügung, über das Warnmeldungen als Vorlage elektronisch an die Vollsysteme übermittelt und von dort aus ausgelöst werden können.

Warnmultiplikatoren
Warnmultiplikatoren sind

  • Behörden, Organisationen und Unternehmen (z. B. Deutsche Bahn),
  • alle öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und
  • ein Großteil der privaten Medienhäuser, Internet- und Pagingdienste sowie
  • App-Betreiber (z. B. Warn-Apps NINA, KATWARN, BIWAPP),

von denen die Warnmeldungen an ihre Kundinnen und Kunden bzw. Nutzenden (also letztendlich an die Bevölkerung als eigentlichen Adressaten) weitergeleitet werden.

Die Warnmeldungen werden von der herausgebenden Stelle mit einer Warnstufe versehen, entsprechend der Gefährdungslage. Dabei gibt es eine Unterscheidung in drei Warnstufen: 1 hoch –› Amtliche Gefahrendurchsage / 2 mittel –› Amtliche Gefahrenmitteilung / 3 niedrig –› Gefahreninformation

Zwischen Warnmultiplikatoren und BBK als Betreiber von MoWaS besteht eine Vereinbarung. Diese verpflichtet die Warnmultiplikatoren dazu, Warnmeldungen zu veröffentlichen bzw. zu übermitteln. In den Multiplikatorenvereinbarungen ist definiert, wie die Multiplikatoren (vor allem die Rundfunksender) Warnmeldungen gemäß der Warnstufen verarbeiten müssen bzw. sollten.

Warnmittel
Im Bereich Endgeräte (bzw. Endanwendungen) sind im Zusammenhang mit MoWaS alle Warnmittel erfasst, über die die Warnmultiplikatoren Warnmeldungen ausgeben und der Bevölkerung zur Verfügung stellen. Dazu zählen z. B. Radio, Fernsehen, Internet, Mobilfunk-Apps und digitale Stadtanzeigetafeln.

Was bedeuten die Sirenentöne?2021-10-11T10:15:01+00:00

Für den Fall einer Warnung wird bundeseinheitlich ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton verwendet, zur Entwarnung ein einminütiger Dauerton. Darüber hinaus sind die Sirenensignale bundesweit nicht vereinheitlicht.

Informieren Sie sich über den jeweiligen Einsatz von Sirenen und die entsprechende Bedeutung der örtlichen Sirenensignale bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung.

Wie und wann wird entwarnt?2021-10-12T10:58:29+00:00

Eine Entwarnung wird dann versandt, wenn die Gefahr, vor der gewarnt wurde, vorüber ist oder sich die Auswirkungen im entscheidenden Maße verringert haben.

Die Entwarnung erfolgt in der Regel jeweils durch die Institution, die die Warnung herausgegeben hat und zwar in der Regel auf dem Kanal, auf dem gewarnt wurde.

Beispielsweise senden bzw. verlesen Radiosender eine entsprechende Meldung zur Entwarnung und auch die Warn-Apps veröffentlichen eine Entwarnung.

Wen sollen Warnungen erreichen?2021-10-12T10:57:19+00:00

Eine Warnung soll die von einer möglichen Gefahrenlage potenziell betroffenen Menschen erreichen.

Zielgruppe von Warnungen ist nicht allein die Wohnbevölkerung – also die sich dauerhaft in einem Gebiet aufhaltenden und somit mit dem Gebiet mehr oder weniger vertrauten Personen –, sondern die sogenannte Aufenthaltsbevölkerung.

Unter der Aufenthaltsbevölkerung werden alle sich zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem Gebiet aufhaltenden Personen verstanden, unabhängig von der Dauer und Intention ihres Aufenthalts. Neben der ansässigen Bevölkerung sind dies z. B. Reisende (Urlauberinnen und Urlauber oder Personen mit kurzem Arbeitsaufenthalt), Durchreisende (Transitverkehr), Pendlerinnen und Pendler (auch über nationale Grenzen hinweg) und Menschen ohne festen Wohnsitz.

Warnungen richten sich aber auch an Institutionen, Behörden und Unternehmen. Diese können auf der Basis von Warnmeldungen wichtige Entscheidungen treffen, z. B. Produktionsprozesse anpassen oder Schutzmaßnahmen einleiten.

Wurden nach dem bundesweiten Warntag 2020 wieder mehr Sirenen in Deutschland installiert?2021-10-12T10:55:46+00:00

Eine Erfahrung des bundesweiten Warntags 2020 war: viele Menschen haben Sirenen dort als ein mögliches Warnmittel vermisst, wo sie nicht zum Einsatz kamen, weil sie etwa in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten abgebaut wurden.

Sirenenförderprogramm
In Deutschland sind Sirenen nicht flächendeckend vorhanden. Die Entscheidung, ob Sirenen vorgehalten, betrieben und regelmäßig gewartet werden, treffen die Städte und Gemeinden in eigener Zuständigkeit.

Die verwendete Auslösetechnik entspricht weiterhin zum Teil nicht mehr den aktuellen Standards. Deswegen können beispielsweise die von der Ständigen Konferenz der Innenminister der Länder und des Bundes (IMK) empfohlenen einheitlichen Signale „Bevölkerungswarnung“ und „Entwarnung“ nicht wiedergegeben werden.

Diese beiden Aspekte möchte der Bund mittels eines Sirenenförderprogramms verbessern. Dieses wird aus Finanzmitteln des Konjunkturförderprogrammes der Bundesregierung zur Corona-Pandemie finanziert. Die Mittel in Höhe von maximal 88 Mio. Euro stehen bis 2022 zur Verfügung.

Im Rahmen des Programms werden den Kommunen über die Länder einmalig Fördermittel zur Anschaffung neuer Sirenen und zur Modernisierung bestehender Sirenentechnik zur Verfügung gestellt. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) koordiniert das Sirenenförderprogramm.

Ob und wann Effekte des Programms erkenntlich werden, hängt von der Umsetzung des geförderten Sirenenausbaus vor Ort ab. Hierzu können keine Prognosen abgegeben werden.

Ihre volle Effektivität werden die Maßnahmen erst mit dem funkgesteuerten Anschluss der Sirenen an das Modulare Warnsystem (MoWaS) erzielen. Wann dieser Prozess abgeschlossen sein wird, ist momentan nicht absehbar.

Warnmittelkataster wird aufgebaut
Ein bundesweiter Überblick, wo welche Warnmittel zum Einsatz kommen, existiert bisher nicht. Ein solches Warnmittelkataster für Deutschland ist zwischen Bund und Ländern verabredet und wird gemeinsam aufgebaut.

Was ist Cell Broadcast?2021-10-12T10:51:07+00:00

Cell Broadcast (CB) kann genutzt werden, um Warnmeldungen an alle – in einem bestimmten Abschnitt des Mobilfunknetzes befindlichen –  Mobilfunkendgeräte wie Smartphones und konventionelle Handys zu versenden.

Einführung von Cell Broadcast beschlossen
Das BBK hat die Einführung von Cell Broadcast zum wesentlichen Bestandteil der Neuausrichtung des Amtes gemacht. Seit Ende 2020 arbeitet das BBK intensiv daran, die Technologie Cell Broadcast für die Warnung der Bevölkerung in Deutschland nutzbar zu machen und treibt das Verfahren voran.

Cell Broadcast als weiterer Warnkanal
Cell Broadcast kann technisch als ein weiterer – über das Modulare Warnsystem (MoWaS) ansteuerbarer – Warnkanal eingerichtet werden. Es würde somit die bereits angeschlossenen Warnkanäle und -mittel ergänzen und so für eine noch breitere Streuung von Warnmeldungen im Gefahrenfall zu sorgen.

Für den Einsatz der Cell Broadcast-Technologie zur Warnung der Bevölkerung fehlen in Deutschland derzeit noch die technischen Voraussetzungen. Es gibt momentan keinen Mobilfunknetzbetreiber, der die Technologie in Deutschland nutzt oder diesen Dienst anbietet. In derzeitigen Mobilfunkstandards ist Cell Broadcast zwar grundsätzlich vorhanden, jedoch nicht aktiv implementiert.

Das BBK steht mit den Netzbetreibern und den in den Betrieb von Cell Broadcast involvierten Bundesressorts und deren Geschäftsbereichsbehörden im Austausch, um die angekündigte Nutzung von Cell Broadcast in die Praxis umzusetzen.

Cell Broadcast hat Grenzen
Cell Broadcast als Warnkanal weist aber auch Grenzen auf.

  • So erfordert die Technologie, dass das Stromnetz und in der Folge auch das Mobilfunknetz störungsfrei funktionieren und dass Endgeräte über ausreichende Stromversorgung verfügen.
  • Wie bei allen Warnmitteln müssen die auslösenden Stellen Cell Broadcast eigenverantwortlich und rechtzeitig einsetzen, damit die Warnung der Betroffenen effektiv ist.
  • Eine effektive Warnung über Cell Broadcast setzt außerdem voraus, dass Bürgerinnen und Bürger über Mobilfunkgeräte verfügen und diese empfangsbereit sowie individuell so konfiguriert sind, dass der oder die Betroffene die Warnung unmittelbar wahrnehmen kann – auch in den Abendstunden oder nachts.

Nähere Informationen zum Cell Broadcast finden Sie hier: www.bbk.bund.de/cellbroadcast

Soll ich die Warn-App NINA auf meinem Smartphone installieren?2021-10-11T13:48:39+00:00

Ja, die Installation der Warn-App NINA ist zu empfehlen. Hierüber können Bürgerinnen und Bürger die Warnmeldungen empfangen, die von Bund, Ländern und Gemeinden über das Modulare Warnsystem herausgegeben werden.

Die Warn-App NINA unterscheidet zwischen verschiedenen Warnbereichen, dazu zählen Wetterwarnungen, Hochwasserinformationen und Bevölkerungsschutz-Warnungen wie etwa Großbrand oder Gefahrstoffausbreitung. Nutzende können individuell definieren, für welche Orte und für welche Art von Gefahren sie Warnungen erhalten möchten.

In einigen Regionen Deutschlands kommen auch andere Warn-Apps zum Einsatz, wie etwa die Systeme von KATWARN und BIWAPP oder die hessenWARN-App. Diese Systeme sind ebenfalls an das Modulare Warnsystem des Bundes angeschlossen und werden hierüber ausgelöst. Zugleich senden diese Warn-Apps originär von dort stammende Warnmeldungen auch an die Warn-App NINA.

Bundesweiter Warntag

Warum findet der bundesweite Warntag 2021 nicht statt?2021-10-12T10:17:29+00:00

Die ständige Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder (Innenministerkonferenz) verständigte sich im Juni 2021 darauf, den nächsten bundesweiten Warntag im September 2022 stattfinden zu lassen.

Kernpunkt der Neuausrichtung des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) ist, die Warnung in Deutschland grundlegend zu stärken und weiter zu optimieren. Im Zuge dessen wird das BBK:

  • ein bundesweites Warnmittelkataster gemeinsam mit den Ländern aufbauen,
  • die Nutzung von Cell Broadcast einführen,
  • den Warnmittelmix weiter ausbauen und die Einbindung neuer Warnmittel prüfen,
  • den Ausbau des Sirenennetzes in den nächsten zwei Jahren mit rund 88 Millionen Euro fördern,
  • die NINA Warn-App mit neuen Funktionen und Fähigkeiten zur Bundes-Warnapp ausbauen.

Mit diesen umfassenden Investitionen und der Realisierung der aufgeführten Projekte sollen die bestmöglichen Rahmenbedingungen für die Durchführung des nächsten bundesweiten Warntages geschaffen werden.

Warum gibt es den bundesweiten Warntag?2021-10-12T10:20:14+00:00

Die zunehmende Anzahl an Naturkatastrophen und andere Bedrohungslagen wie Terroranschläge sowie aktuell auch die Corona-Pandemie haben die Bedeutung und die Aktualität des Themas Warnung und somit den Stellenwert des Warnsystems erhöht.

Zwei Hauptziele
Der bundesweite Warntag verfolgt zwei Hauptziele: zum einen die technische Warninfrastruktur einem Belastungstest zu unterziehen und zum anderen die Bevölkerung für das Thema Warnung und die verschiedenen Warnkanäle, über die die Behörden Warnungen versenden, zu sensibilisieren.

Test der technischen Warninfrastruktur
Beim Test der technischen Warninfrastruktur in Deutschland sollen die Abläufe im Fall einer Warnung mit den beteiligten Akteurinnen und Akteuren getestet werden. Deswegen wird der Prozess von der Auslösung einer Warnmeldung bis hin zum Empfang der Warnmeldung auf Seiten der Bürgerinnen und Bürger (über z. B. Warn-Apps, Radio, digitale Stadtanzeigetafeln) probeweise durchgespielt und somit auch die Warnmittel getestet.

Unter Warnmitteln verstehen wir den Menschen unmittelbar zur Verfügung stehende „Endgeräte“ oder Anwendungen, wie z. B. Radio und Fernsehen, Internetseiten, Social Media, digitale Stadtanzeigetafeln, Warn-Apps, Lautsprecherwagen oder Sirenen.

Auf diese Weise können mögliche auftretende Herausforderungen oder Probleme von den jeweiligen Betreiberinnen und Betreibern der Warnsysteme und von den für die Warnmittel Verantwortlichen identifiziert und im Nachgang entsprechend behoben werden. Zweck der Probe ist dementsprechend ausdrücklich, Schwachstellen im Warnsystem zu finden, um diese im Nachgang zu beseitigen und das System für den Ernstfall stabiler und effektiver zu machen.

Regionale Unterschiede bei den Warnmitteln
Länder und Kommunen bestimmen selbst, auf welchen Wegen sie ihre Bevölkerung vor Gefahren warnen. Diese Wege können sehr unterschiedlich sein, daher ist auch die Wahl der Warnmittel am Warntag sehr unterschiedlich.

Für die Warnung der Bevölkerung sensibilisieren
Der bundesweite Warntag soll – ebenso wie die von einzelnen Bundesländern durchgeführten Warntage – Funktion und Ablauf der Warnung verständlicher machen.

Er soll dazu beitragen, die Menschen in Deutschland über das Thema Warnung der Bevölkerung in Gefahrenlagen zu informieren und sie dafür zu sensibilisieren. Die von einer Warnung potentiell Betroffenen sollen wissen, wie sie sich in Gefahrenlagen eigenständig schützen und wo sie weitere Informationen zur Gefahrenlage finden können.

Damit Warnungen effektiv sind, ist es notwendig, Wissen darüber zu vermitteln. Hintergrund ist die Erkenntnis, dass je vertrauter den Menschen das System der Warnung und dessen Akteurinnen und Akteure sind, umso konkreter auf eine Warnung reagiert wird.

Der bundesweite Warntag soll nach Beschluss der Innenministerkonferenz ab dem Jahr 2020 jährlich an jedem zweiten Donnerstag im September stattfinden.

Ist es nötig, sich auf den bundesweiten Warntag vorzubereiten?2021-10-12T10:23:42+00:00

Nein, es ist nicht nötig, sich auf den Warntag vorzubereiten. Es bietet sich aber an, sich vorab zu erkundigen, auf welchen Wegen die eigene Kommune plant, an diesem Tag ihre Bürgerinnen und Bürger zu warnen, um sich darauf einstellen und idealerweise auch Angehörige und weitere nahestehende Menschen darüber zu informieren.

Welche Pflichten ergeben sich für Arbeitgebende am bundesweiten Warntag?2021-10-12T10:44:20+00:00

Aus Sicht von Bund und Ländern ergeben sich am bundesweiten Warntag keine Pflichten für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber.

Es empfiehlt sich für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber jedoch, sich vorab in ihrer Gemeinde zu erkundigen, ob am bundesweiten Warntag Warnmittel vor Ort ausgelöst und Warnkonzepte erprobt werden und ob lokale Unternehmen und Organisationen dabei einbezogen werden.

Gegebenenfalls ist es sinnvoll, Mitarbeitende sowie die Kundschaft darüber zu informieren. Dies ist jedoch keine Pflicht.

Die Probewarnung könnte vor allem Kindern und älteren Menschen – aber auch Tieren – Angst machen. Wurde dies bedacht?2021-10-12T10:37:24+00:00

Kinder und ältere Menschen
In einigen Teilen der Bevölkerung, wie älteren Menschen oder Kindern, kann die Wahrnehmung lautstarker Warnsignale (wie Durchsagen über Lautsprecherwagen oder Sirenensignale) Angst oder auch belastende Erinnerungen auslösen.

Besteht bei Nahestehenden diesbezüglich Sorge, so empfehlen wir, vorab das Gespräch mit den möglicherweise betroffenen Menschen zu suchen und diese altersgerecht auf die Situation vorzubereiten.

Wichtig ist dabei der Hinweis, dass es sich um eine Probewarnung handelt und keine reale Bedrohung vorliegt.

Es bietet sich an, sich vorab zu erkundigen, auf welchen Wegen die eigene Kommune plant, an diesem Tag ihre Bürgerinnen und Bürger zu warnen, um sich darauf einstellen zu können. Es kann zudem sinnvoll sein, entsprechend gefährdeten Menschen zum Zeitpunkt der Probewarnung unterstützend zur Seite zu stehen.

Tiere
Tiere können auf ungewohnte Geräusche verängstigt reagieren – wie bei Silvesterböllerei, Martinshorn, Donner oder anderen plötzlichen, lauten und unerwarteten Geräuschen. Halterinnen und Halter wissen zumeist um die Empfindlichkeit ihrer Tiere und können am Warntag entsprechend vorsorgen.

Warnmittel mit Weckeffekt
Dass manche Warnmittel (wie Durchsagen von Lautsprecherwagen oder Sirenen) Töne in hoher Lautstärke aussenden, liegt in der Natur ihrer Funktion begründet. Ein Sirenensignal soll alarmieren und einen Weckeffekt ausüben, um die Menschen auf eine sich anbahnende oder bereits akute Gefahr aufmerksam zu machen.

Proben, um sicher zu sein
Die Probewarnung am bundesweiten Warntag findet statt, weil nach Ansicht aller beteiligten Stellen die Abläufe der Warnung regelmäßig geübt werden müssen, um ihr Funktionieren im Ernstfall sicherzustellen.

Der erste bundesweite Warntag 2020 hat gezeigt, dass technische Mängel zum Teil nur durch einen realitätsnahen Test aufgedeckt werden können.

Auch im Hinblick darauf, dass Gefahrenereignisse nicht an Gemeinde- oder Landesgrenzen halt machen, ist das Erproben des Zusammenspiels aller beteiligten Akteure wichtig, um sicherzustellen, dass eine Warnmeldung rechtzeitig bei allen Betroffenen ankommt.

Wissen ist hilfreich im Krisenfall
Gleichermaßen wichtig ist es, dass die Bevölkerung als Empfängerin der Warnung über grundlegendes Wissen zur Warnung verfügt und die Bedeutung der Sirenensignale kennt. Mit diesem Wissen können Bürgerinnen und Bürger besonnen auf eine Warnung reagieren und wissen sich im Ernstfall eigenständig zu schützen.

Werden finanzielle Mittel für den bundesweiten Warntag eingesetzt?2021-10-12T10:40:38+00:00

Im Rahmen des Bund-Länder-Projektes „Warnung der Bevölkerung“ werden für die bundesweiten Warntage 2020 und 2021 insgesamt 170.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Die Mittel werden im Wesentlichen für die Entwicklung und den Betrieb der Webseite www.bundesweiter-warntag.de sowie für die Entwicklung von Printerzeugnissen wie Flyer zur Information der Bevölkerung verwendet.

Darüber hinaus gehende Kosten für jeweils eigene Aktionen der Beteiligten aus Bund, Ländern und den Kommunen werden von den Beteiligten selbst getragen.

Warum wurde der zweite Donnerstag im September als Datum ausgewählt?2021-10-12T10:43:04+00:00

Der bundesweite Warntag wird jeweils am zweiten Donnerstag im September durchgeführt und soll einen möglichst großen Teil der Bevölkerung ansprechen. Die Sommerferien und Urlaubszeit enden für die meisten Menschen in Deutschland im September. Somit ist am zweiten Donnerstag im September der größte Teil der Bevölkerung im alltäglichen Umfeld potentiell erreichbar.

Erster bundesweiter Warntag 2020

Wie verlief der erste bundesweite Warntag 2020?2021-10-12T13:38:49+00:00

Der erste bundesweite Warntag am 10. September 2020 wurde umfangreich beworben. Im Vorfeld des Warntages fand bundesweit, auf überregionaler wie regionaler Ebene, eine breite Öffentlichkeitsarbeit statt. Die erklärten und öffentlich kommunizierten Ziele des Warntages waren:

Ziel: Testen der technischen Infrastruktur
Das Testen der technischen Infrastruktur der Warnung in ganz Deutschland mittels einer Probewarnung. Zu diesem Zwecke sollten am 10. September 2020 um 11 Uhr auf Ebene der Länder und Kommunen verfügbare Warnmittel wie Sirenen und Lautsprecherwagen probeweise ausgelöst oder in Betrieb genommen werden, um die Warnabläufe zu testen.

Gleichzeitig sollte eine Probewarnung von der Nationalen Warnzentrale im Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) über das Modulare Warnsystem (MoWaS) unter Einbindung aller teilnehmenden Warnmultiplikatoren und Warnmittel durchgeführt werden. Diese Probewarnung sollte an alle an MoWaS angeschlossenen Warnmultiplikatoren, darunter App-Server, Rundfunksender und mehr, geschickt werden.

Die Warnmultiplikatoren sollten die Probewarnung wiederum in ihren Systemen und Programmen an Endgeräte wie Radios senden.

Ziel: Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger
Die Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger für das Thema „Warnung der Bevölkerung“ und für die unterschiedlichen Warnmittel wie Radio, Warn-Apps und digitale Stadtanzeigetafeln. Außerdem die Vermittlung von notwendigem Wissen zum Umgang mit Warnungen und den darin enthaltenen Handlungsempfehlungen, um die Bevölkerung in ihrer Fähigkeit sich selbst zu schützen zu unterstützen.

Große Beteiligung von Ländern und Kommunen
Die Beteiligung von Ländern und Kommunen am bundesweiten Warntag war groß. Am Warntag wurde um 11 Uhr örtlich eine Vielzahl unterschiedlicher Warnmittel ausgelöst und genutzt, darunter beispielsweise Sirenen und digitale Stadtanzeigetafeln.

Teilweise keine Sirenensignale
An manchen Orten blieb die Probewarnung über Sirenen um 11 Uhr allerdings aus. Dafür gab es verschiedene Gründe:

  • So haben viele Kommunen ihre Sirenen in den letzten Jahrzehnten rück- und abgebaut.
  • Die vorhandenen Sirenen sind teilweise technisch nicht in der Lage, Probewarnungen zu senden.
  • Darüber hinaus beteiligten sich nicht alle Kommunen am Warntag.

Durch die intensive Öffentlichkeitsarbeit wurde die Erwartung geweckt, dass alle Sirenen am Warntag bundesweit heulen würden. Hinzu kommt, dass das Wissen über das (Nicht-)Vorhandensein von Sirenen in der eigenen Kommune nur eingeschränkt vorhanden war. Daher gab es Irritationen bei vielen Bürgerinnen und Bürgern, die vor Ort keine Sirenensignale wahrnahmen. Dies wurde vor allem in den Sozialen Medien kritisch kommentiert.

Verzögerung bei der Warn-App NINA
Aufgrund technischer Probleme wurde die bundesweite Probewarnung über MoWaS erst mit einer Verzögerung von 35 Minuten an alle angeschlossenen Warnmultiplikatoren versandt. Entsprechend verschickte auch die an MowaS angeschlossene Warn-App NINA die Probewarnung erst mit einer zeitlichen Verzögerung an ihre Nutzerinnen und Nutzer. Auch dies wurde kritisch kommentiert.

Fazit: Ziele zum großen Teil erreicht
Die im Anschluss an den ersten bundesweiten Warntag durchgeführte umfangreiche Auswertung hat ergeben, dass die Ziele des Warntages zum großen Teil erreicht worden sind, wenngleich der Beweis des Funktionierens der technischen Warnsysteme auf Bund-, Länder- und kommunaler Ebene nicht erfolgt ist. Es ist gelungen, eine breite mediale und öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema Warnung herzustellen. Dies zeigt nicht zuletzt die öffentliche Diskussion im Anschluss an die zutage getretenen technischen Probleme.

War der erste bundesweite Warntag 2020 ein “Fehlschlag”?2021-10-12T13:46:07+00:00

Anders als auf den ersten Blick erkennbar, war der erste bundesweite Warntag kein vollständiger Fehlschlag, weil die gesetzten Ziele im nicht-technischen Bereich erreicht und mittels der Probewarnung auftretende Herausforderungen für die technischen Systeme identifiziert wurden.

Modulares Warnsystem (MoWaS) gefestigt
So wurden am Warntag beispielsweise Probleme beim Modularen Warnsystem (MoWaS) festgestellt, die im Nachgang analysiert und behoben wurden. Dadurch wird das Modulare Warnsystem in seiner Funktion gefestigt. Dies war Sinn und Zweck der Probewarnung. Die Identifikation der zutage getretenen Mängel wäre außerhalb einer Auslösung im Zuge einer bundesweiten Warnprobe nicht möglich gewesen.

Öffentlichkeitsarbeit für die Warnung der Bevölkerung
Die durch die intensive Öffentlichkeitsarbeit vor und während des bundesweiten Warntages erzeugte Aufmerksamkeit für die Warnung der Bevölkerung sowie die intensive Berichterstattung über das „Fehlschlagen“ der Probewarnung erzeugten ein großes nachhaltiges Interesse am Thema und verdeutlichen eindringlich die Relevanz für die Öffentlichkeit.

Gut über das Thema informierte und eigenverantwortlich agierende Menschen wiederum sind wichtig, um sich selbst ebenso wie Mitbürgerinnen und -bürger in kritischen Lagen zu schützen.

Werden Menschen in Deutschland sicher vor Gefahren gewarnt?2021-09-28T16:42:56+00:00

Die vorhandenen Warnsysteme laufen im Alltag sehr zuverlässig und warnen die Menschen sicher vor Gefahren. Sie beweisen dies jährlich in etwa 1.200 Fällen im regionalen Bereich. Ein regelmäßiger überregionaler Stresstest ist hinsichtlich Härtung sowie Weiterentwicklung der Warnsysteme dennoch notwendig.

Testen, um aus der Praxis zu lernen

Am bundesweiten Warntag wird die technische Infrastruktur der Warnung in ganz Deutschland mittels einer Probewarnung in einem Hochlastszenario getestet. Eine bundesweite Warnung unter Ansteuerung aller angeschlossenen Warnmittel ist ein besonderer Fall, da Warnmeldungen in der Regel für regional begrenzte Bereiche gelten und ausschließlich dort versandt werden. Bei der Probewarnung am bundesweiten Warntag geht es nach dem Motto „Aus der Praxis lernen“ konkret darum, die Abläufe im Fall einer Warnung mit den beteiligten Akteurinnen und Akteuren zu testen. Auf diese Weise können mögliche auftretende Herausforderungen oder Probleme identifiziert und im Nachgang entsprechend behoben werden. So konnten die beim ersten bundesweiten Warntag 2020 aufgetauchten Probleme beim Modularen Warnsystem (MoWaS) im Nachgang analysiert und beseitigt werden. Dadurch wird das Modulare Warnsystem in seiner Funktion gefestigt.

Vielzahl an Warnmitteln

Um die Menschen in Deutschland sicher vor einer drohenden Gefahr zu warnen, nutzen Bund und Länder einen Warnmittelmix. Das bedeutet, eine Warnmeldung wird über eine Vielzahl von Warnmitteln gesendet.

Das dahinter steckende Prinzip ist: wird eine Warnmeldung über ein bestimmtes Warnmittel wie Fernsehen, Radio oder Social Media von einer betroffenen Person nicht wahrgenommen oder fällt ein Warnmittel aus, wird gleichzeitig über eine Vielzahl weiterer Warnmittel wie Stadtanzeigetafeln, Warn-Apps, Lautsprecherwagenund Warnungen über Internetseiten gewarnt. Je mehr Warnmittel in den Warnmittelmix einbezogen werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Warnmeldung die gewünschten Empfängerinnen und Empfänger erreicht.

Entwicklung neuer Warnmittel

Das BBK arbeitet fortlaufend der Entwicklung neuer Warnmittel wie beispielsweise die Warnung über sogenannte „Smarte Laternen“, also mit zusätzlicher Technik ausgestattete Straßenbeleuchtungen, oder Navigationssysteme, und prüft diese, um Warnmeldungen noch breiter als bisher zu streuen.

Menschen sensibilisieren und informieren

Die Sicherheit der Menschen in Deutschland nimmt zu, je besser diese mit dem Warnsystem und mit den warnenden Stellen vertraut sind und wissen, wie sie sich im Ernstfallschützen können. Der bundesweite Warntag verfolgt unter anderem das Ziel der Sensibilisierung der Menschen durch Information über genau diese Themen.

Warum warnten die Warn-Apps erst mit Verspätung?2021-09-28T16:43:43+00:00

In der Auswertung des Warntags wurden Mängel im Modularen Warnsystem (MoWaS) erkannt, welche zu einer um 35 Minuten verspäteten Aussendung der bundesweiten Warnmeldung am Warntag geführt haben. Aufgrund der verzögerten Belieferung durch MoWaS ergab sich entsprechend das verspätete Erscheinen der Probewarnmeldung in der an MoWaS angeschlossenen Warn-App NINA und in anderen Warn-Apps.

Konstruktiver Fehler bei (MoWaS)

Ursache der verzögerten Auslieferung der Probewarnung des Bundes über das Modulare Warnsystem (MoWaS) war ein konstruktiver Fehler in der Programmierung des Modularen Warnsystems. Mehrere Faktoren traten anlässlich des Warntages erstmalig zeitgleich auf: Am Warntag griff eine Vielzahl von Nutzerinnen und Nutzern aller verfügbaren Stationen gleichzeitig auf das System zu. Die eingeloggten Stationen und Nutzenden versandten darüber hinaus zeitgleich eine Vielzahl von Warnmeldungen in einem engen Zeitfenster. Dies führte zu einer im Vorfeld nicht vorhergesehenen Belastung an verschiedenen Stellen des Systems.

Fehler durch Entwickler behoben

Das Erkennen dieser Mängel war erst möglich durch die Probe am bundesweiten Warntag. Die Firma mecom GmbH als Entwickler und Betreiber des Systems hat die Fehlerquellen im System inzwischen ausgeräumt und versichert, dass einer Wiederholung des Warntages keine technischen Hinderungsgründe entgegenstehen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden auch genutzt, um die Systeme für höhere Spitzenlasten aufzubauen.

Probleme bei der Auslieferung großer Mengen von Warnungen

Die Analyse der technischen Systeme ergab weiterhin, dass Probleme bei der Auslieferung großer Mengen von Warnungen an die Systeme von Apple und Google auftauchen, die den Nutzerinnen und Nutzern der Warn-App NINA Warnmeldungen in Form von Push Notifications anzeigen. Hierzu wird momentan zusammen mit Apple und Google an Lösungen gearbeitet.

Warum heulten in vielen Städten und Kommunen die Sirenen am bundesweiten Warntag nicht?2021-09-28T16:44:28+00:00

Es gibt verschiedene Gründe, warum Sirenen am bundesweiten Warntag nicht heulten:

  • Das Sirenennetz in Deutschland ist nicht flächendeckend, da nicht in allen Städten und Kommunen Sirenen vorhanden sind. Nach dem Ende des Kalten Krieges wurde eine Vielzahl von Sirenen in Deutschland abgebaut.
  • Die Auslösetechnik mancher vorhandener Sirenen ist vielfach nicht in der Lage, die Signale „Warnung“ und „Entwarnung“ auszulösen. In einigen Kommunen warnen Sirenen zudem ausschließlich zu Brandschutzzwecken und können nur den entsprechenden Signalton zur Alarmierung der Feuerwehr auslösen.
  • Es gibt Sirenen, die nicht direkt von den Leitstellen oder kreisweit ausgelöst werden können.
  • Die Teilnahme am bundesweiten Warntag war und ist freiwillig. Nicht alle Städte, Gemeinden und Kommunen beteiligten sich aktiv am Warntag. Entsprechend wurden in den sich nicht beteiligenden Städten, Gemeinden und Kommunen keine Sirenensignale ausgelöst.